Der Salzprahm „Maria Magdalena“

PRAHM_Himmel_MontageBerkenthin hat seinen Besuchern eine ganz besondere Sehenswürdigkeit zu bieten. In den Sommermonaten liegt am Westufer des Elbe-Lübeck-Kanals, auf Höhe des Dorfparks, ein ungewöhnliches Holzschiff mit dem Namen „Maria Magdalena“. Es ist die Rekonstruktion eines mittelalterlichen Salz-Prahms, einem Bootstyp mit dem vor rund 500 Jahren auf dem Stecknitz-Kanal das Lüneburger Salz von Lauenburg nach Lübeck transportiert wurde.

Eine Gruppe von 15 Frauen und Männern hat in Berkenthin diesen Prahm nachgebaut. Rund 1.100 ehrenamtliche Handwerker-Stunden stecken in diesem Projekt zur Förderung des Tourismus in der Stecknitz-Region.

Da es keine alten Baupläne gibt, man nie ein Wrack aus dieser Zeit gefunden hat und in historischen Dokumenten nur spärliche Angaben zu dem Bootstyp zu finden sind, wurde der Prahm nicht nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten gefertigt. Die Hobby-Bootsbauer/innen haben sich nach den wenigen bekannten Fakten gerichtet und ansonsten nachempfunden, wie unsere Vorfahren vor 500 Jahren so ein Schiff gebaut haben könnten.

Der Berkenthiner Salz-Prahm ist ein Plattboden-Schiff, das heißt: Er hat keinen Kiel. Da der Stecknitz-Kanal im Mittelalter an einigen Stellen nur etwa 50 Zentimeter tief war, konnten auf ihm nur Schiffe mit sehr geringem Tiefgang fahren. Um das Jahr 1500 wurde er von Prähmen befahren, die etwa 10 Meter lang waren. Deshalb ist auch die Rekonstruktion gut 10 Meter lang, fast 2,40 Meter breit und hat eine Bordhöhe von 80 Zentimetern.

Als „Werft“ diente die Diele eines Bauernhofs, der in unmittelbarer Nähe zum Kanal liegt. Dort wurde kurz nach Ostern 2009 mit den Arbeiten begonnen. Das komplette Schiff ist aus Lärchenholz erbaut, die Planken sind 4,5 Zentimeter dick und 10 Zentimeter breit. Obwohl man beim Bau auch Stahlschrauben und moderne Dichtungsmittel verwendet hat, ist davon nichts zu sehen. Alles wurde sorgfältig unter Holz und dem schwarzen Anstich verborgen. Die Bordwände sehen zwar so aus, als seien sie geteert, es ist aber eine umweltfreundliche Farbe. Im September 2009 waren die Arbeiten beendet und am 26. September fand im Rahmen einer großen Feier der Stapellauf statt.

Text: Rolf-Peter Frischmann