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Liebe Berkenthinerinnen und Berkenthiner,
in den vergangenen Wochen war das Thema „neue Heizungsversorgung“ vielfaches Thema, im Neubaubereich auch vielfach in unserer Gemeindevertretung. Aber was ist mit dem Altbau? Unser Energieberater im Amt Berkenthin, der frühere Leiter der Energieagentur Schleswig-Holstein Hans Eimannsberger und ich haben hierzu ein paar Gedanken „zu Papier“ gebracht, vielleicht für Sie als Altbaueigentümer von Interesse.
Friedrich Thorn
Bürgermeister

Wärmepumpe im Altbau – funktioniert das?
Bei der Umsetzung der Energie- und Klimaziele kommt Heizgeräten eine besondere Bedeutung zu, denn ein Großteil der in Deutschland verbauten Heizungsanlagen ist veraltet. Sie verbrauchen unnötig viel Energie und tragen erheblich zur Emission von Treibhausgasen bei. Werden jedoch fossile Heizungen wie z.B. Öl- oder Gasheizungen durch Wärmepumpen ersetzt, so wird der Ausstoß von CO2 deutlich und nachhaltig reduziert.

Funktion einer Wärmepumpe
Wärmepumpen entziehen einen Großteil der zur Heizung benötigten Wärmeenergie aus der Umwelt. Die in der Luft, im Wasser oder im Erdreich vorhandene Wärme wird dabei mit der Wärmepumpe auf das gewünschte Temperaturniveau der Heizung gebracht. Für den Antrieb des Kompressors wird elektrischer Strom benötigt.

Was die Wärmepumpe so interessant macht, ist die Tatsache, dass sie in der Lage ist mehr Energie abzugeben als sie für den eigentlichen Betrieb benötigt. Werden beispielsweise 1 kW elektrische Leistung für den Betrieb der Wärmepumpe benötigt, ist es möglich bis zu 4 kW Nutzwärme für die Heizung zu erhalten.

Im Neubau ist die Wärmepumpe das meistinstallierte System. Denn Wärmepumpen arbeiten besonders effizient in Systemen mit einer niedrigen Vorlauftemperatur – das ist die Temperatur, die das Heizungswasser braucht, wenn es in die Rohre und Heizkörper strömt.

Zum Beispiel benötigt eine mit der Wärmepumpe kombinierte Fußbodenheizung nur rund 40 Grad – man spricht daher auch von einem Niedrigtemperatur-Heizsystem. Konvektoren und Radiatoren, die gerade in Altbauten auch nach Sanierungen noch oft zu finden sind, brauchen hingegen viel höhere Temperaturen.

Wärmepumpen im Altbau
Wärmepumpen waren auch bisher schon im Altbau einsetzbar. Aber um die höheren Vorlauftemperaturen zu erreichen, musste mehr Strom eingesetzt werden. Zwar gewinnt die Wärmepumpe den Großteil ihrer Energie kostenlos – das ist ihr großer Vorteil. Aber dafür wird immer auch Strom für den Betrieb des Verdichters benötigt. In Altbauten mit Systemen, die höhere Vorlauftemperaturen benötigen, steigt dieser Strombedarf – und damit auch die Betriebskosten.

Übrigens: Auch Öl- und Gasheizungen brauchen Strom, manchmal gar nicht so wenig. Alte Pumpen und Regelungen verbrauchen ein Vielfaches von modernen Anlagen.

Die Industrie bietet jetzt auch Wärmepumpen an, die in Bestandsgebäuden mit ihrem höheren Wärmebedarf effizient arbeiten. Die Wärmepumpen einiger Hersteller schaffen bis zu 70 Grad Vorlauftemperatur. Damit können in den meisten Fällen auch herkömmliche Heizkörper im Haus mit ausreichend Wärme versorgt werden, ohne dass eine Fußboden-heizung erforderlich ist. Möglicherweise müssen jedoch einzelne Heizkörper ausgetauscht werden. Es ist sinnvoll, einen Energieberater zu Rate zu ziehen.
Die Hersteller haben auch Lösungen gegen die nervigen Lärmemissionen entwickelt. Brummende Geräusche, die in dicht bebauten Gebieten zur Belastung für die Nachbarschaft werden können. Bei einigen Anbietern werden in drei Meter Abstand nur 35 dB(A) Schall gemessen – das entspricht etwa einem leisen Radio.

Bei der Heizungsmodernisierung sind auch bivalente Systeme immer eine Überlegung wert – insbesondere, wenn der vorhandene Kessel noch intakt und nicht veraltet ist. Durch geschickte Regelung der Anlage kann die Wärmepumpe dann stets im hocheffizienten Bereich betrieben werden, während der Gas- oder Öl-Kessel dann anspringt, wenn die Wärmepumpe aufgrund niedriger Quellentemperaturen punktuell weniger wirtschaftlich arbeitet.


Fazit
Die neue Generation Wärmepumpen mit neuen Kältemitteln ist leistungsfähiger und effizienter. Gerade die Einbaumöglichkeiten für den Altbau sind wichtig mit Blick auf die angestrebte Energiewende. Denn: Die Sanierung ist der große Hebel, der im Hinblick auf den Klimaschutz umgelegt werden.
Wenn über eine Photovoltaikanlage auch noch Strom vom eigenen Dach für den Eigenbedarf erzeugt wird, dann tragen Hauseigentümer erheblich zur CO2-Einsparung und damit zum Klimaschutz bei.

Und noch ein wichtiger Tipp: Auf jeden Fall sollten Hausbesitzer die Förderung für eine Wärmepumpe von BAFA und KfW in Anspruch nehmen.

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